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Woran erkenne ich, das Roland Emmerich den Film gedreht hat, den ich gerade sehe?

Filme von Roland Emmerich sind ein bisschen wie Freitagabende im Club. Laut, alles ist knallbunt, und allzu tiefgründige Gespräche sucht man hier besser nicht. Und ich mag beides gelegentlich recht gern, möchte es aber auch nicht jeden Tag haben.

Ab und an schaltet man im Fernsehen außerdem doch etwas später ein und bleibt hängen. Wenn auf den laufenden Film mindestens sieben der folgenden zehn Punkte zutreffen, ist eine Mittäterschaft Roland Emmerichs dringend anzunehmen (zutreffendes ankreuzen):

 

[_] Innerhalb der ersten Viertelstunde wird mindesteins einmal „Das ist absolut/völlig unmöglich!“ gesagt, im Rest des Filmes sagen die Figuren dann sehr oft „Oh mein Gott!“

[_] Die männliche Hauptfigur pflegt ein konfliktbehaftetes Verhältnis zu seinem Sohn oder Vater, das allerdings im Angesicht einer tödlichen Gefahr grundlegende Besserung erfährt.

[_] Die Bedrohung kommt IMMER von außen!

[_] In mindestens einer Einstellung rollt etwas Großes, vorzugsweise ein Gebäude, gern aber auch eine Flutwelle oder eine Feuerwalze, in Vernichtungsabsicht auf eine Gruppe Menschen zu, von denen die vordersten mit offenem Mund ihrem Ende entgegenblicken.

[_] Der amerikanische Präsident, der Bürgermeister oder eine anders geartete höchste Instanz setzt sein Leben aufs Spiel, um zwischen zwei kernigen Lebensweisheiten einigen Hilflosen beizustehen.

[_] Frauen, Kinder und Haustiere können machen was sie wollen, sie überleben alles.

[_] Wenn die Handlung in der Gegenwart angesiedelt und nationsübergreifend ist, versammeln sich grundsätzlich alle Nationen unter dem Banner der USA – das außerdem sehr oft zu sehen ist.

[_] Rutschpartien auf einen Abgrund zu stoppen, Timer von Bomben hören bleiben stehen und andere zeitkritische Aktionen gelingen allesamt im wirklich aller-allerletzten Moment.

[_] Die Hauptfigur gilt kurz vor Ende als tot, was sich natürlich in einem fulminanten Wiederauftauchen mit tränenreichem Streichereinsatz falsifiziert.

[_] Es gibt in einer Gruppe von durch die Bank nur durch ihre Ideale angetriebenen Berufspolitikern immer genau einen, der entweder durch falsche Vorstellungen auffällt, sich in der Wahl der Mittel vergreift oder für den eigenen Vorteil arbeitet.

 

Ob man jetzt ausschaltet oder dranbleibt muss man selbst entscheiden, das Ende des Filmes aber darf ich schon einmal vorwegnehmen:
Es geht gut aus.